His-refractory PVC, termination & dissociation
Reset and termination by the His-refractory PVC, the last VOP beat, and what A- or V-dissociation rules out.
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Learning objectives
- Ich kann eine His-refraktäre VES korrekt platzieren und ihre Refraktärität belegen.
- Ich kann die drei möglichen Antworten auf eine His-refraktäre VES unterscheiden und interpretieren.
- Ich kann aus dem letzten VOP-Schlag ableiten, was eine Terminierung mit oder ohne atriale Erregung ausschließt.
- Ich kann A- und V-Dissoziation während einer Tachykardie auswerten und benennen, was sie jeweils ausschließen.
Drei Manöver aus derselben Familie: Sie alle nutzen einen einzelnen Schlag oder ein einzelnes Ereignis, um zu prüfen, ob eine Kammer obligater Bestandteil des Kreises ist. Der Unterschied liegt darin, was genau als Nachweis zählt.
Die His-refraktäre VES
Eine ventrikuläre Extrasystole wird so platziert, dass das His-Bündel bereits aktiviert und damit der normale antegrade Weg refraktär ist. Erreicht die VES den Vorhof dennoch, muss sie einen anderen Weg genommen haben.
Refraktärität sichern lässt sich auf zwei Arten: über das H-Timing (das H liegt bereits vor dem Stimulus) oder über QRS-Fusion auf der Oberfläche.
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| Antwort | Bedeutung |
|---|---|
| A früher | akzessorische Bahn nachgewiesen, AVRT stark favorisiert |
| A später, mit Reset | Bahn mit ventrikulärer Insertion belegt — dekrementale AV-Bahn oder AVNRT mit nodoventrikulärer Bystander-Bahn (Reset erst einen Zyklus später spricht für Letztere) |
| keine Änderung | schließt eine Bahn nicht aus |
Entscheidend: ΔA muss die spontane TCL-Variabilität übersteigen, und der Reset muss durch die Änderung der folgenden H/V bestätigt werden. Sonst misst man Schwankung.
Fallstricke: Eine Bystander-AV-Bahn kann A vorziehen, ohne am Kreis beteiligt zu sein — A-Capture allein beweist keine Kreisbeteiligung. Eine AVNRT mit nodoventrikulärer Bystander-Bahn kann ebenfalls resetten; eine NF-ORT ist bei fusionierter VES dagegen ausgeschlossen, weil die Fusion die Beteiligung des Ventrikels belegt. Und der RV-Apex erreicht eine entfernt gelegene Bahn möglicherweise zu spät.
Terminierung durch die His-refraktäre VES
Ebenso spezifisch wie der Reset — gleichrangig mit der Verzögerung —, aber unabhängig von der spontanen TCL-Variabilität ist die Terminierung: Die VES stoppt den Kreis, obwohl der normale His-Zugang refraktär ist, und der erwartete Vorhofschlag bleibt aus.
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Reproduzierbar und bei einer SVT, die nicht ohnehin häufig spontan endet, ist das klassisch ein sehr starker AVRT-Hinweis: Es belegt einen akzessorischen Zugang zum Kreis. Eine einzelne Terminierung kann Zufall sein. Die dokumentierte Ausnahme ist eine AVNRT mit nodoventrikulärer Bystander-Verbindung — dieselbe terminale Antwort ohne gewöhnliche AVRT. In einer solchen Kohorte ist sie nicht selten (Nagashima 2024: Terminierung ohne atriale Capture bei 6 von 17, davon 4 unmittelbar); spezifisch für diese Konstellation ist nur die Terminierung einen Zyklus später. Insgesamt ist die Konstellation selten (4 von 1484 A-auf-V-Tachykardien; Kanai 2026). Eine nodofaszikuläre Bahn kommt nicht in Frage: Die fusionierte VES belegt die Beteiligung des Ventrikels und schließt eine NF-ORT aus. Und: Ein akzessorischer Zugang ist kein Beweis einer obligaten atrioventrikulären Bahn.
Was der letzte VOP-Schlag sagt
Terminiert ein ventrikuläres Overdrive-Pacing, lohnt der Blick auf genau einen Schlag: Hat der terminierende Stimulus den Vorhof noch erreicht?
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| Beobachtung | Schlussfolgerung |
|---|---|
| Terminierung ohne atriale Erregung | AT ausgeschlossen; AVNRT und AVRT bleiben möglich |
| Terminierung nach noch erregtem A | trennt AVNRT, AVRT und AT nicht sicher |
| H/V fallen aus, A läuft weiter | der atriale Takt ist nicht beendet — AV-Block allein beweist keine AT |
Dieses Kriterium ist schwächer als die His-refraktäre VES, weil die Refraktärität des terminierenden Stimulus meist nicht belegt ist. Und: Kein echter Rückkehrschlag bedeutet kein PPI — die Messgrößen aus SA−VA, PPI−TCL, cPPI, ΔHA entfallen.
Tachykardie trotz Dissoziation
Läuft eine Kammer unabhängig weiter, während die Tachykardie fortbesteht, ist diese Kammer kein obligater Bestandteil des Kreises.
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| Dissoziation | Ausgeschlossen | Bleibt möglich |
|---|---|---|
| V unabhängig | gewöhnliche AVRT | AT, AVNRT |
| A unabhängig | AT und gewöhnliche AVRT | AVNRT oder junktionale Tachykardie mit Block zum Vorhof, ONVRT, ONFRT, vorgeschlagen auch intra-Hisianer Reentry; auszuschließen ist eine VT einschließlich Bundle-Branch-Reentry |
Nachweispflicht: Bloße lokale RV- oder HRA-Capture genügt nicht. Gefordert ist eine echte Dissoziation der relevanten Kammeraktivierung — A, H und V getrennt verfolgen, mehrere A-Ableitungen prüfen. Nodoventrikuläre und nodofaszikuläre Kreise sind gesondert zu betrachten.
Mini-quiz
1 / 4Bei TCL 400 ms trifft eine VES 30 ms nach dem His ein, erfasst den Ventrikel und das folgende A kommt 20 ms früher als erwartet; auch die nachfolgenden H und V sind 20 ms vorgezogen. Was folgt daraus?
Take-aways
- Reset und Terminierung durch eine His-refraktäre VES sind gleich spezifisch für eine akzessorische Bahn, aber wenig sensitiv; die Terminierung bleibt auch bei schwankender TCL auswertbar. Verwertbar ist beides aber nur, wenn die His-Refraktärität belegt ist.
- A früher - akzessorische Bahn nachgewiesen. A später mit Reset - Bahn mit ventrikulärer Insertion belegt, dekrementale AV-Bahn oder AVNRT mit nodoventrikulärer Bystander-Bahn; ein Reset erst einen Zyklus später spricht spezifisch für die Bystander-Bahn. Keine Antwort schließt eine Bahn nicht aus.
- Terminierung durch eine His-refraktäre VES ohne atriale Erregung ist - reproduzierbar und bei nicht ohnehin häufig spontan endender SVT - ein klassisch sehr starker AVRT-Hinweis. Dokumentierte Ausnahme ist die AVNRT mit nodoventrikulärer Bystander-Verbindung; spezifisch dafür ist nur die Terminierung einen Zyklus später.
- Terminiert ein VOP-Schlag ohne A, ist eine atriale Tachykardie ausgeschlossen. Terminierung nach einem A trennt AVNRT, AVRT und AT dagegen nicht sicher.
- V-Dissoziation schließt eine gewöhnliche AVRT aus, A-Dissoziation zusätzlich die AT. Bloße lokale Capture genügt als Nachweis nicht.
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