Right heart catheterization: pressure & flow
Interpret RA, RV, PA, PAWP and PVR together.
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Learning objectives
- Ich unterscheide rechtsatriale, rechtsventrikuläre, pulmonalarterielle und Wedge-Druckkurven.
- Ich berechne PVR aus mittlerem PA-Druck, PAWP und Herzzeitvolumen.
Rechtsherzkatheterdaten verbinden Druck und Fluss. Einzelne Zahlen ohne Messbedingungen können eine falsche hämodynamische Einordnung erzeugen.
Erst die Messqualität sichern
Den Druckaufnehmer auf das definierte Referenzniveau einstellen und gegen Atmosphäre nullen. In Rückenlage dient die mittlere Thoraxhöhe als Referenz für das linksatriale Niveau. Lagerung, Beatmung und Atembedingungen dokumentieren.
Drücke grundsätzlich am Ende einer normalen Exspiration beurteilen, ohne forciertes Atemanhalten. Große respiratorische Schwankungen benötigen eine differenzierte Bewertung über mehrere Zyklen. Automatisch gemittelte Monitorwerte ersetzen nicht die Sichtung der Originalkurve.
Die Kurve gehört zum Messort
| Messort | Typisches Merkmal | Häufige Verwechslung |
|---|---|---|
| RA | Atriale a-/v-Wellen und Druckabfälle; rhythmusabhängig | a-Welle bei Vorhofflimmern erwarten |
| RV | Systolischer Anstieg, niedrigerer diastolischer Druck | Systolischen RV-Druck als vollständige PA-Messung behandeln |
| PA | Systolischer und diastolischer Druck, dikrote Inzisur möglich | Diastolischen PA-Druck pauschal mit PAWP gleichsetzen |
| PAWP | Verzögerte atriale Druckinformation bei geeigneter Wedge-Position | Unvollständiges Wedging oder Artefakt als linksatrialen Druck interpretieren |

PAWP ist nicht LVEDP. Der Wedge-Druck bildet bei geeigneten Bedingungen den linksatrialen Druck indirekt ab; LVEDP ist ein linksventrikulärer enddiastolischer Messpunkt. Mitralklappenerkrankung, große v-Wellen und abweichende Messzeitpunkte können relevante Unterschiede erklären. Eine unplausible PAWP vor der Klassifikation überprüfen.
Druckgradient durch Fluss teilen
PVR = (mPAP − PAWP) / Herzzeitvolumen.
Drücke in mmHg und Herzzeitvolumen in l/min ergeben Wood-Einheiten. Der mittlere PA-Druck ist nicht der systolische PA-Druck.
Beispiel: mPAP 30 mmHg, PAWP 10 mmHg, Herzzeitvolumen 5 l/min → PVR 4 WU. Bei gleichem Gradient und halbiertem Fluss verdoppelt sich der berechnete Widerstand.
Herzzeitvolumen kann über Thermodilution oder das Fick-Prinzip bestimmt werden. Direkter Fick verwendet gemessenen Sauerstoffverbrauch; ein geschätzter Sauerstoffverbrauch ist nicht gleichwertig. Shunts, Regurgitation und technische Messfehler können die Methoden beeinflussen. Methode und Plausibilität mitberichten.
Hämodynamische Definitionen
Nach ESC/ERS 2022 liegt pulmonale Hypertonie bei mPAP > 20 mmHg vor. Die weitere Einordnung benötigt PAWP und PVR:
| Konstellation | PAWP | PVR |
|---|---|---|
| Präkapilläre PH | ≤ 15 mmHg | > 2 WU |
| Isoliert postkapilläre PH | > 15 mmHg | ≤ 2 WU |
| Kombiniert post-/präkapilläre PH | > 15 mmHg | > 2 WU |
Ein erhöhter mPAP bei PAWP ≤ 15 mmHg und PVR ≤ 2 WU erfüllt nicht die Definition einer präkapillären PH. Hämodynamische Definition und klinische PH-Gruppe sind unterschiedliche Ebenen. Grenzwerte allein bestimmen keine Therapie.
Mini-quiz
1 / 1mPAP 30 mmHg, PAWP 10 mmHg, Herzzeitvolumen 5 l/min: Wie hoch ist die PVR?
Take-aways
- Nullniveau, Atemphase und Kurvenqualität können die hämodynamische Zuordnung verändern.
- PAWP und LVEDP sind unterschiedliche Messgrößen.
- PVR braucht eine belastbare Flussmessung und lässt sich nicht aus dem PA-Druck allein ableiten.
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