CourseKardio Beta

Right heart catheterization: pressure & flow

Interpret RA, RV, PA, PAWP and PVR together.

10 min read

Learning objectives

  • Ich unterscheide rechtsatriale, rechtsventrikuläre, pulmonalarterielle und Wedge-Druckkurven.
  • Ich berechne PVR aus mittlerem PA-Druck, PAWP und Herzzeitvolumen.

Rechtsherzkatheterdaten verbinden Druck und Fluss. Einzelne Zahlen ohne Messbedingungen können eine falsche hämodynamische Einordnung erzeugen.

Erst die Messqualität sichern

Den Druckaufnehmer auf das definierte Referenzniveau einstellen und gegen Atmosphäre nullen. In Rückenlage dient die mittlere Thoraxhöhe als Referenz für das linksatriale Niveau. Lagerung, Beatmung und Atembedingungen dokumentieren.

Drücke grundsätzlich am Ende einer normalen Exspiration beurteilen, ohne forciertes Atemanhalten. Große respiratorische Schwankungen benötigen eine differenzierte Bewertung über mehrere Zyklen. Automatisch gemittelte Monitorwerte ersetzen nicht die Sichtung der Originalkurve.

Die Kurve gehört zum Messort

MessortTypisches MerkmalHäufige Verwechslung
RAAtriale a-/v-Wellen und Druckabfälle; rhythmusabhängiga-Welle bei Vorhofflimmern erwarten
RVSystolischer Anstieg, niedrigerer diastolischer DruckSystolischen RV-Druck als vollständige PA-Messung behandeln
PASystolischer und diastolischer Druck, dikrote Inzisur möglichDiastolischen PA-Druck pauschal mit PAWP gleichsetzen
PAWPVerzögerte atriale Druckinformation bei geeigneter Wedge-PositionUnvollständiges Wedging oder Artefakt als linksatrialen Druck interpretieren
Publizierte Katheterpositionen und Druckregistrierungen aus rechtem Vorhof, rechtem Ventrikel, Pulmonalarterie und Wedge-Position.
RA, RV, PA und PAWP im Originalbeispiel. Zuerst Kurvenform und Messort zuordnen; unterschiedliche Druckskalen beachten. Die gezeigten Werte sind Beispielregistrierungen, keine Normwerttabelle.

PAWP ist nicht LVEDP. Der Wedge-Druck bildet bei geeigneten Bedingungen den linksatrialen Druck indirekt ab; LVEDP ist ein linksventrikulärer enddiastolischer Messpunkt. Mitralklappenerkrankung, große v-Wellen und abweichende Messzeitpunkte können relevante Unterschiede erklären. Eine unplausible PAWP vor der Klassifikation überprüfen.

Druckgradient durch Fluss teilen

PVR = (mPAP − PAWP) / Herzzeitvolumen.

Drücke in mmHg und Herzzeitvolumen in l/min ergeben Wood-Einheiten. Der mittlere PA-Druck ist nicht der systolische PA-Druck.

Beispiel: mPAP 30 mmHg, PAWP 10 mmHg, Herzzeitvolumen 5 l/min → PVR 4 WU. Bei gleichem Gradient und halbiertem Fluss verdoppelt sich der berechnete Widerstand.

Herzzeitvolumen kann über Thermodilution oder das Fick-Prinzip bestimmt werden. Direkter Fick verwendet gemessenen Sauerstoffverbrauch; ein geschätzter Sauerstoffverbrauch ist nicht gleichwertig. Shunts, Regurgitation und technische Messfehler können die Methoden beeinflussen. Methode und Plausibilität mitberichten.

Hämodynamische Definitionen

Nach ESC/ERS 2022 liegt pulmonale Hypertonie bei mPAP > 20 mmHg vor. Die weitere Einordnung benötigt PAWP und PVR:

KonstellationPAWPPVR
Präkapilläre PH≤ 15 mmHg> 2 WU
Isoliert postkapilläre PH> 15 mmHg≤ 2 WU
Kombiniert post-/präkapilläre PH> 15 mmHg> 2 WU

Ein erhöhter mPAP bei PAWP ≤ 15 mmHg und PVR ≤ 2 WU erfüllt nicht die Definition einer präkapillären PH. Hämodynamische Definition und klinische PH-Gruppe sind unterschiedliche Ebenen. Grenzwerte allein bestimmen keine Therapie.

Mini-quiz

1 / 1

mPAP 30 mmHg, PAWP 10 mmHg, Herzzeitvolumen 5 l/min: Wie hoch ist die PVR?

Take-aways

  • Nullniveau, Atemphase und Kurvenqualität können die hämodynamische Zuordnung verändern.
  • PAWP und LVEDP sind unterschiedliche Messgrößen.
  • PVR braucht eine belastbare Flussmessung und lässt sich nicht aus dem PA-Druck allein ableiten.

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