Vorbereitung & Geräteeinstellungen
Lagerung, EKG-Triggerung, Adult-Echo-Preset, Knobology und Ergonomie.
8 Min. Lesezeit
Lernziele
- Sie kennen die Standard-Lagerung für TTE und ihre Bedeutung für die Bildqualität.
- Sie wissen, warum ein 3-Kanal-EKG obligat ist und über wie viele Zyklen gemittelt wird.
- Sie stellen ein Adult-Echo-Preset (Tiefe, Frequenz, THI, Gain, TGC, Sektor, Frame Rate, Fokus) zielgerichtet ein.
- Sie kennen die Grundzüge ergonomischer Untersucherposition und vermeiden RSI-Beschwerden.
Eine reproduzierbare TTE beginnt nicht am Schallkopf, sondern bei Patient, Geräteeinstellung und Ergonomie. Wer hier diszipliniert arbeitet, hebelt mehr Bildqualität als jede High-end-Sonde.
Patient, Lagerung, EKG
Linksseitenlage 30–45° ist die Standardposition für parasternale und apikale Schnitte: linker Arm unter den Kopf, Kopfteil leicht erhöht (20–30°), Bett auf Untersucherhüfthöhe. Die Linksseitenlage rotiert das Herz an die Thoraxwand und weitet die ICR — ohne sie verschenkst du Bildqualität.
Für subkostale Anlotung wechselt der Patient in Rückenlage mit angewinkelten Knien und atmet ruhig durch den Bauch. Für suprasternale Schnitte legst du ein Kissen unter die Schultern und reklinierst Kopf nach hinten/links. Bei adipösen oder COPD-Patienten lohnt sich oft eine stärkere Linksseitenlage (bis 60–90°) und gezielte Apnoe in Exspiration.
Ein 3-Kanal-EKG ist obligat — nicht aus Tradition, sondern weil Trigger, M-Mode-Timing, Strain-Auswertung und die Identifikation von E- und A-Welle ohne R-Zacke nicht funktionieren.
| Rhythmus | Zyklenmittelung |
|---|---|
| Sinusrhythmus | 3 Zyklen |
| Vorhofflimmern | mindestens 5–10 Zyklen |
Geräteeinstellungen — „Knobology"
Wähle das Adult-Echo-Preset und stelle initial 16–20 cm Tiefe ein — das Herz soll später etwa zwei Drittel des Bildes ausfüllen.
Der Phased-Array-Sektorschallkopf (1–5 MHz, z. B. S5-1, X5-1, M5Sc) ist Standard; höhere Frequenzen verbessern die Auflösung, niedrige Frequenzen die Eindringtiefe — bei Adipositas/COPD also Frequenz reduzieren.
Tissue Harmonic Imaging (THI) läuft als Default an, weil es Endokardabgrenzung und Artefaktfreiheit verbessert; bei feinen Klappen-Strukturen oder dünnen Membranen schaltest du es kurz aus.
2D-Gain so einstellen, dass das Cavum echofrei bleibt und das Myokard kontrastiert ist. Die TGC in vertikaler Linie zentrieren, Nahfeld dunkler, Fernfeld heller.
Sektorbreite so eng wie möglich um die ROI legen — schmaler Sektor = höhere Frame Rate (Standard >40 Hz, >60 Hz für Strain und Klappenanalyse). Den Fokus immer auf die zu beurteilende Struktur setzen.
Untersucherposition und Ergonomie
In Deutschland sitzt der Untersucher meist rechts neben dem Patienten und führt den Schallkopf mit der rechten Hand; in der US-Konvention links. Beide Wege sind legitim, aber Konsistenz ist Pflicht. Bildschirm direkt im Blickfeld, Schallkopf-Arm aufgestützt, Bett auf Hüfthöhe — RSI-Beschwerden der Schulter sind unter Echokardiographer:innen Berufskrankheit Nummer eins.
Mini-Quiz
1 / 3Welche Patientenlagerung ist Standard für parasternale und apikale Schnitte?
Take-aways
- Linksseitenlage 30–45° ist Standard für parasternal/apikal; subkostal in Rückenlage mit angewinkelten Knien; suprasternal Kopf reklinieren.
- 3-Kanal-EKG ist obligat (Trigger, Strain, E/A). Sinusrhythmus 3 Zyklen mitteln, VHF mind. 5–10 Zyklen.
- Phased-Array 1–5 MHz, Tiefe 16–20 cm initial, THI an, Sektor schmal: Frame Rate >40 Hz Standard, >60 Hz für Strain.
- Bei Adipositas/COPD: Frequenz reduzieren, Linksseitenlage 60–90°, Apnoe in Exspiration.