Subkostal, Suprasternal & Doppler
Notfall-/IAS-Anlotung, Aortenbogen, PW/CW/Color/TDI mit den drei eisernen Regeln.
10 Min. Lesezeit
Lernziele
- Sie kennen Indikationen und Standardmessungen aus subkostalem und suprasternalem Fenster.
- Sie wenden Color-, PW-, CW- und TDI-Doppler ortsspezifisch korrekt an.
- Sie minimieren Winkelfehler und lösen Aliasing strukturiert.
Subkostal — die Notfall- und IAS-Anlotung
Subkostal ist nicht optional — es rettet die Untersuchung bei COPD/Adipositas und ist das beste Fenster für IAS (Schall trifft das Septum senkrecht, weniger Drop-out-Artefakte als im A4C).
Schallkopf flach unter das Xiphoid, Marker zur linken Schulter für 4-K-Subkostal; um 90° rotieren (Marker zum Kopf) für VCI-Längsachse mit RAP-Schätzung sowie für Lebervenen und Aorta abdominalis.
Suprasternal — Aortenbogen und schwere AI
Schallkopf ins Jugulum, Marker leicht nach links/kranial, Aortenbogen längs mit Truncus brachiocephalicus, A. carotis communis sin. und A. subclavia sin.
Entscheidend für:
- Aortenisthmusstenose (Vmax, diastolisches Tailing)
- holodiastolische Flussumkehr in der Aorta descendens bei schwerer AI
- Verdacht auf Aortendissektion
Doppler-Grundlagen — wann was
Der Color Doppler ist das Screening-Tool: BART (blue away, red toward), Nyquist-Limit standardmäßig 50–60 cm/s, für Pulmonalvenen oder ASD-Shunts auf 30–40 cm/s herabsetzen. Color-Box klein halten, sonst bricht die Frame Rate ein.
PW ist ortsspezifisch, aber durch das Nyquist-Limit (= ½·PRF) auf relativ niedrige Geschwindigkeiten begrenzt; ideal für Mitraleinstrom, LVOT-VTI, Pulmonal- und Lebervenen, IVC.
CW misst hohe Geschwindigkeiten ohne Aliasing, aber ohne Tiefenauflösung — für AS-Vmax, MI-/TR-Vmax und AI-PHT.
TDI nutzt umgekehrte Filter (hohe Amplitude, niedrige Geschwindigkeit) für Myokard-Velocities (s', e', a').
Drei eiserne Regeln
Winkelfehler vermeiden: Doppler-Strahl möglichst parallel zum Fluss, optimal <20° (cos 20° ≈ 0,94). Bei AS aus mehreren Fenstern anloten — A5C, APLAX, rechts parasternal mit Pedoff-CW-Sonde (oft die höchste Vmax, häufig vergessen!), suprasternal, subkostal — und immer den höchsten Wert dokumentieren.
Aliasing lösen: Skala (PRF) erhöhen, Baseline verschieben, niedrigere Sendefrequenz, HPRF, oder schlicht auf CW wechseln.
Sample-Volume korrekt setzen:
| Modalität | Lokalisation | Sample-Volume |
|---|---|---|
| Mitraleinstrom (PW) | Spitzen der Segel | 1–3 mm |
| LVOT (PW) | 5 mm proximal des Anulus | 3–5 mm |
| Pulmonalvene (PW) | 1 cm im Gefäß | 3 mm |
| TDI Mitralanulus | septal/lateral | 5–10 mm |
Mini-Quiz
1 / 3Welche Doppler-Modalität ist Goldstandard für die TR-Vmax?
Take-aways
- Subkostal ist nicht optional — beste Anlotung des IAS und Rettung bei COPD/Adipositas.
- VCI-Längsachse subkostal: Dreh um 90° (Marker zum Kopf) für RAP-Schätzung.
- Color BART, Nyquist 50–60 cm/s; für Pulmonalvenen / ASD-Shunts auf 30–40 cm/s reduzieren.
- AS aus mehreren Fenstern anloten — A5C, APLAX, **rechts parasternal mit Pedoff-CW-Sonde** (oft höchste Vmax!), suprasternal, subkostal.